Förderverein Großes Moor e.V.
 

Am Knüppeldamm war die Welt zu Ende


 

„Die sprechen in Wahrenholz ein völlig anderes Platt“ berichteten Neudorf-Platendorfer. Es gab keinen befahrbaren Weg nach Wahrenholz oder Schönewörde. Bis 1960 gab es nur den Knüppeldamm (Abb. 2 + 6), einen etwa 10 Meter breiten öffentlichen Weg, der erst durch die 1960 gebaute Kreisstraße (Abb. 7) ersetzt wurde.

Was ist ein Knüppeldamm?
„Auch sind die Moorwege oftmals streckenweise so durchgefahren, dass nicht viel aufgeladen werden kann und zusätzlich Leute abgestellt werden müssen, die Birkensträucher „vor die Räder schlagen“, d.h. ungründige Stellen mit Birkenreisig auslegen und passierbar machen, damit die Fahrzeuge nicht zu schaden kommen. Ebenso hat man – der Not gehorchend – Holzschuhe für Pferde „erfunden“.

 

Kreisstraße 31 seit 1960
Knüppeldamm


Der Knüppeldamm führte einst bis zu einer Gaststätte mit dem schaurigen Spitznamen:
„Blutiger Knochen“. 

Danach endete die Welt.


 

Dieser Knüppeldamm ist heute ungenutzt und überwachsen von Birken (Abb. 6). Er ist aber noch gut erkennbar. Am nächsten Graben ist der Damm durchschnitten (Abb. 4). Der Aufbau der Torfschichten im Moor ist gut von unten nach oben zu sehen (Abb. 3): Fuchstorf aus dem Niedermoor, der Entstehung des Großen Moores, Schwarztorf aus den über 6.000 Jahren des Wachstums des Hochmoores und Fuchs- bzw. Weißtorf aus den letzten Jahrhunderten.
Die Benutzung des Knüppeldamms war beschwerlich. Es gab für die Bereifung noch keine Gummiräder, sondern nur eisenbereifte Holzräder. Ein solcher Wagen, der früher von Pferden gezogen wurde, ist unter dem Torfpresswerk ausgestellt (Abb. 6). Der Weg konnte nur mit Knüppeln befestigt werden. Der Boden des Weges aus Torf ergab ansonsten überhaupt keinen Halt für schwere Fuhrwerke.

 


Dieser Knüppeldamm ist heute ungenutzt und überwachsen von Birken (Abb. 6). Er ist aber noch gut erkennbar. Am nächsten Graben ist der Damm durchschnitten (Abb. 4). Der Aufbau der Torfschichten im Moor ist gut von unten nach oben zu sehen (Abb. 3): Fuchstorf aus dem Niedermoor, der Entstehung des Großen Moores, Schwarztorf aus den über 6.000 Jahren des Wachstums des Hochmoores und Fuchs- bzw. Weißtorf aus den letzten Jahrhunderten.
Die Benutzung des Knüppeldamms war beschwerlich. Es gab für die Bereifung noch keine Gummiräder, sondern nur eisenbereifte Holzräder. Ein solcher Wagen, der früher von Pferden gezogen wurde, ist unter dem Torfpresswerk ausgestellt (Abb. 6). Der Weg konnte nur mit Knüppeln befestigt werden. Der Boden des Weges aus Torf ergab ansonsten überhaupt keinen Halt für schwere Fuhrwerke.

schweres Fuhrwerk im Moor

Vor dem Bau der Dorfstraße gab es zwischen den (noch getrennten) Dörfern Neudorf und Platendorf einen Kanal der zum Abtransport des Torfes genutzt wurde. Links und rechts des Kanals gab es einen Weg, ähnlich dem des Knüppeldamms. Bericht am 31. Januar 1863 von vier Gifhornern: „Sie fanden die Straße in einem so jämmerlichen Zustand, dass sie bis zur Achse einsackten und befürchten mussten, umzustürzen. Lieber gingen sie zu Fuß und wurden dabei Augenzeuge, wie zwei Pferde ein Torffahrzeug unter Peitschenhieben durchs Moor zogen und sie kommentierten: „…Dies Elend, diese Quälerei dauert nun schon seit vielen Jahren … Was für Opfer an Menschen und Vieh, an Zeit und Geld hat dieser grässliche Weg wohl schon verschlungen?“

überwachsener Knüppeldamm
Stich durch den Knüppeldamm
sichtbare Torfschichten


 

Links und rechts des Knüppeldamms gab es später Schienen, so dass für den Transport des Torfs zum Bahnhof, der Knüppeldamm nicht mehr benötigt wurde.


 

Rundweg Großes Moor


Station 17 im MoormuseumStation 17 im Moormuseum